Wissenswertes
Kennzeichenarten in Deutschland
Das Kfz-Kennzeichen ist weit mehr als nur ein Schild am Fahrzeug. Es dient der Identifikation und ordnet jedes Fahrzeug eindeutig einem Halter zu. In Deutschland existieren verschiedene Kennzeichenarten, die sich je nach Verwendungszweck und Fahrzeugart unterscheiden.
Standard-Kennzeichen
Das reguläre Kennzeichen wird bei der Erstzulassung oder Ummeldung eines Fahrzeugs vergeben. Es besteht aus dem Unterscheidungszeichen der Zulassungsbehörde sowie einer individuellen Erkennungsnummer. Die Euro-Kennzeichen mit dem blauen Streifen auf der linken Seite sind seit 1994 Standard.
Saisonkennzeichen
Für Fahrzeuge, die nur in bestimmten Monaten genutzt werden, bietet das Saisonkennzeichen eine praktische Lösung. Der Zulassungszeitraum wird direkt auf dem Schild vermerkt. Außerhalb dieser Zeit darf das Fahrzeug nicht im öffentlichen Verkehr bewegt werden, benötigt aber auch keine laufende Versicherung.
Oldtimer-Kennzeichen
Fahrzeuge, die mindestens 30 Jahre alt sind und sich in einem guten Erhaltungszustand befinden, können ein H-Kennzeichen erhalten. Dieses historische Kennzeichen bringt Vorteile bei der Kfz-Steuer und ermöglicht die Einfahrt in Umweltzonen ohne Feinstaubplakette.
Kurzzeitkennzeichen
Das Kurzzeitkennzeichen ist für maximal fünf Tage gültig und wird häufig für Überführungsfahrten oder Probefahrten genutzt. Es ist an ein bestimmtes Fahrzeug gebunden und trägt ein gelbes Feld mit dem Ablaufdatum auf der rechten Seite.
E-Kennzeichen
Seit 2015 können Elektrofahrzeuge und bestimmte Plug-in-Hybride ein E-Kennzeichen beantragen. Der Buchstabe „E" am Ende der Erkennungsnummer ermöglicht kommunale Privilegien wie kostenloses Parken oder die Nutzung von Busspuren in teilnehmenden Städten.
Ausfuhrkennzeichen
Wer ein Fahrzeug dauerhaft ins Ausland überführen möchte, benötigt ein Ausfuhrkennzeichen. Dieses Kennzeichen ist an der roten Markierung auf der rechten Seite zu erkennen und hat eine begrenzte Gültigkeitsdauer, die auf dem Schild vermerkt ist.
Gut zu wissen
Regionale Unterscheidungszeichen
Jede Zulassungsbehörde in Deutschland hat ein eigenes Unterscheidungszeichen, das den Beginn des Kennzeichens bildet. So steht beispielsweise „B" für Berlin, „M" für München und „K" für Köln. In den letzten Jahren wurden durch die Kennzeichenliberalisierung auch viele historische Unterscheidungszeichen wieder eingeführt, die zuvor abgeschafft worden waren.
Die Vielfalt der regionalen Kürzel macht deutsche Kennzeichen besonders interessant und erlaubt Rückschlüsse auf die Herkunft des Fahrzeugs. Insgesamt gibt es über 700 verschiedene Unterscheidungszeichen in Deutschland.
Praktisch
Tipps zur Zulassung
Eine gute Vorbereitung erleichtert den Gang zur Zulassungsstelle erheblich. Neben den Fahrzeugpapieren werden in der Regel ein gültiger Personalausweis, die elektronische Versicherungsbestätigung (eVB-Nummer) und ein Nachweis über die letzte Hauptuntersuchung benötigt.
In vielen Regionen ist mittlerweile auch eine Online-Zulassung möglich, was den persönlichen Besuch bei der Behörde überflüssig machen kann. Die Digitalisierung schreitet in diesem Bereich kontinuierlich voran.